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Die deutsche Zusammenarbeit im Detail

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Die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Burkina Faso begann 1961, nur ein Jahr nach der Unabhängigkeit Burkina Fasos und der Aufnahme diplomatischer Beziehungen.
Übergeordnetes Ziel der deutschen Zusammenarbeit ist die Armutsbekämpfung und eine nachhaltige Entwicklung.

In Burkina Faso fügt sie sich dabei in die nationale Entwicklungsstrategie „Plan National de Développement Économique et Social 2016-2020“ (PNDES) ein. Die bilateral zugesagten Mittel Deutschlands für Burkina Faso für die Jahre 2018-2020 betragen über 100 Millionen Euro oder 67 Milliarden Francs CFA. Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung das Land auch über regionale Programme und multilaterale Organisationen.

Bilaterale staatliche Zusammenarbeit

Die Regierungen beider Länder  verständigen sich alle drei Jahre in Regierungsverhandlungen über ihre gemeinsame Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die letzten Regierungsverhandlungen fanden im Juli  2017 statt. Deutschland setzt die staatliche EZ mit seinen Durchführungsorganisationen um, in der technischen Zusammenarbeit über die GIZ, in der finanziellen Zusammenarbeit über die KfW. Deutschland und Burkina Faso haben drei Schwerpunkte der Zusammenarbeit vereinbart: Landwirtschaft, Dezentralisierung , Wasser- und Sanitärversorgung. Zudem kooperieren beide Länder in den Bereichen Kinder- und Jugendrechte, gute finanzielle Regierungsführung und Grenzmanagement.

Weitere Unterstützung erfolgt durch regionale und globale Programme, über multilaterale Organisationen wie die der Vereinten Nationen, durch  die EU und über Nichtregierungsorganisationen.

Landwirtschaft   

Ziel unserer Zusammenarbeit ist, landwirtschaftliche Einkommen und Produktion zu steigern, die Beschäftigung im Sektor zu verbessern und damit Ernährungssicherheit zu erreichen Deutschland fördert Bewässerungslandwirtschaft und arbeitet beim Bodenschutz und bei der Wiederurbarmachung von unfruchtbaren, erodierten Flächen mit Regierung und Bauern zusammen. Die Bauern werden bei der Erhöhung ihrer landwirtschaftlichen Produktion und deren Verarbeitung und Vermarktung unterstützt. Beispiele sind Wertschöpfungsketten wie Reis, Sesam , Maniok, Moringa, Amaranth und Süßkartoffeln. Dadurch werden neue Arbeitsplätze geschaffen und der Landbevölkerung, besonders Jugendlichen und Frauen, durch Aus-und Fortbildung ein besserer Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht.


Dezentralisierung

Bei der Dezentralisierung sind die Ziele, die lokale Infrastruktur und Dienstleistungen zu  verbessern und die Teilhabe der Bürger zu stärken. Deutschland stärkt die Managementkapazitäten der Gebietskörperschaften und Kommunalverwaltungen und unterstützt die Ausbildung lokaler Beamter. Die Kommunen erhalten Zuschüsse für Aufbau und Unterhalt von wirtschaftlicher und sozialer  Infrastruktur und zur Beteiligung der Bevölkerung an lokalen Entscheidungsprozessen. Sie werden auch dabei unterstützt, ihre eigenen Einnahmen zu verbessern. Die gute finanzielle Regierungsführung  wird in Zusammenarbeit mit dem burkinischen Finanzministerium gestärkt.


Wasser- und Sanitärversorgung

Ziel der Zusammenarbeit ist, den Zugang zu Trinkwasser- und Sanitärversorgung in kleinen und mittelgroßen Städten sowie stadtnah gelegenen Dörfern zu verbessernDie deutsche EZ stärkt die Kapazitäten des Ministeriums für  Wasser und Abwasser, des staatlichen  Wasserversorgers ONEA und der Kommunen und finanziert den Ausbau von Trinkwasserversorgung sowie Sanitärsystemen (Latrinen in Privathaushalten und Schulen, Krankenhäusern und Märkten).  Die Betriebskosten der Wasserversorgung werden durch Einsatz neuer Technologien wie Photovoltaik verringert. Hygieneaufklärung beugt Krankheiten vor.


Kinder- und Jugendrechte

Ziel ist, Kinder und Jugendliche zu schützen und ihre Rechte zu fördern.

Jungen und Mädchen sollen insbesondere vor Kinderhandel, Kinderarbeit, Zwangsheirat, weiblicher Genitalverstümmelung, Frühheirat und -schwangerschaft geschützt werden. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die burkinische Regierung dabei, die vorhandenen Gesetze und Maßnahmen zum Schutz von Kindern umzusetzen und alle Akteure wie Bevölkerung, Verwaltung, Sicherheitskräfte für die Rechte der Kinder zu sensibilisieren und Kinderschutznetzwerke einzurichten. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit finanziert den Aufbau, die Renovierung und Ausstattung von Schulen, die schulische und berufliche Ausbildung von Kindern und Jugendlichen und fördert einkommensschaffende Tätigkeiten für Jugendliche und Frauen.


Grenzmanagement

Ziel dieser Kooperation ist es, die Sicherheit und Stabilität in grenznahen Räumen zu erhöhen und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern.

In dem gemeinsam von der Europäischen Union und Bundesregierung finanzierten Projektwird die nationale integrierte Grenzmanagement-Strategie Burkina Fasos umgesetzt. Die Präsenz des Staates und der institutionelle und rechtliche Rahmen des burkinischen Grenzmanagements werden in Kooperation mit den Nachbarländern gestärkt und die Lebensbedingungen der Bevölkerung in grenznahen Räumen werden verbessert.


Regionale und globale Zusammenarbeit

Ihre Ziele sind, die gute Zusammenarbeit weltweit und zwischen Nachbarstaaten stärken und den Mehrwert des regionalen und globalen Ansatzes nutzen

Grenzüberschreitend wird ein Schutz- und Managementkonzept für Biodiversität in der WAP-Region umgesetzt und die Seuchenvorsorge in der ECOWAS-Region unterstützt. Im Gesundheitsbereich fördert die deutsche EZ zudem Programme zur reproduktiven Gesundheit, HIV/AIDS-Prävention sowie zur Seuchenprävention. Deutsche Regionalprogramme fördern  in Burkina zudem die Reis- und Cashewwirtschaft und erhöhen die Energieeffizienz. Die deutsche EZ unterstützt auch Regionalorganisationen wie die Afrikanische Union und ECOWAS.

Mit der globalen Sonderinitiative „EINE WELT ohne HUNGER“ des deutschen Entwicklungsministeriums wird weltweit die Ernährungssicherung von ernährungsunsicherer Bevölkerung verbessert und ihre Resilienz gestärkt. In Burkina Faso unterstützt die Bundesregierung „Grüne Innovationszentren“, verbessert Bodenschutz und Bodenrehabilitierung, landwirtschaftliche Produktivität sowie Ernährung und Hygiene im familiären Umfeld.


Nicht-staatliche Zusammenarbeit – Eine Zusammenarbeit mit Mehrwert: von Mensch zu Mensch, divers und komplementär

Zahlreiche nicht-staatliche Akteure unterstützen die Entwicklung Burkina Fasos, darunter , Nichtregierungsorganisationen und politische Stiftungen. Auch durch Städtepartnerschaften wird tatkräftig Hilfe geleistet. Die deutsche Regierung leistet finanzielle Beiträge für diese Aktivitäten, die die staatliche Zusammenarbeit sinnvoll ergänzen. Die deutsche Botschaft verfügt auch über einen Fonds zur Unterstützung von Kleinstprojekten.

Kulturelle Zusammenarbeit – Deutsch-burkinische Partnerschaft in Kultur, Sprache und Bildung fördern

Kulturelle Veranstaltungen, Deutschunterricht, Stipendien und die Unterstützung der Hochschulausbildung in Burkina Faso stehen im Mittelpunkt der Arbeit des Goethe-Instituts und des Deutschen Akademische Austauschdienst (DAAD), die beide mit zahlreichen Partnern zusammenarbeiten.

Multilaterale Zusammenarbeit

Nicht vergessen werden sollte Deutschlands erheblicher finanzieller Beitrag für multilaterale Akteure wie die Europäische Union (rund 20%), die Weltbank (rund 4%) und die Vereinten Nationen. Die deutsche Regierung setzt sich dafür ein, dass die  Arbeit dieser Organisationen einen noch stärkeren Beitrag zur Armutsbekämpfung leistet.

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