Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Corona-bedingte humanitäre Hilfe

03.07.2020 - Artikel

Weltweit sind derzeit fast 170 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die COVID-19-Pandemie führt besonders in ärmeren und fragilen Ländern zu einem weiteren Anstieg ohnehin schon sehr hoher humanitärer Bedarfe. Die Situation ist gerade für Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Migranten bedrohlich. Für sie besteht erhöhte Ansteckungsgefahr. In räumlich beengten Lebensverhältnissen (z.B. Flüchtlingslagern), fehlen Möglichkeiten zu wirksamem social distancing und es mangelt an Zugang zu Sanitäreinrichtungen und Gesundheitsversorgung sowie an Testmöglichkeiten. Das Zusammentreffen mit anderen Krankheiten (Malaria, Dengue, Cholera etc.) sowie Mangel- und Unterernährung der Betroffenen, insbesondere der Kinder, verschärfen die Situation weiter. Besonders dramatisch ist die Lage dort, wo Gesundheitseinrichtungen durch Kampfhandlungen zerstört wurden. Die humanitäre Unterstützung ist hier nicht nur moralisches Gebot, sondern auch klug: denen zu helfen, die dem Virus am schutzlosesten ausgeliefert sind, ist auch ein wichtiger Beitrag zur weltweiten Pandemiebekämpfung.

 „Das Corona-Virus kennt keine Grenzen. Es trifft insbesondere die Menschen, die besonders gefährdet sind, weil sie in Kriegsgebieten oder Flüchtlingslagern leben oder in Staaten, deren Gesundheitssysteme durch die Pandemie völlig überfordert sind. Hier ist unsere Solidarität gefordert, um das Leiden zu lindern. Gleichzeitig gilt: nur zusammen werden wir die Pandemie dauerhaft besiegen. Sonst drohen immer wieder neue Infektionswellen.“ (BM Maas am 27.04.2020)

Als einer der größten humanitären Geber weltweit wird Deutschland seiner Verantwortung gerecht und unterstützt das internationale humanitäre System – die VN-Organisationen, die Rotkreuz-/Rothalbmondbewegung und NROs – bei der Eindämmung der Pandemie und der Bewältigung ihrer humanitären Folgen mit weiteren Zusatzmitteln in Höhe von 300 Millionen Euro. Dabei gewährt Deutschland seinen Partnerorganisationen bei der Verwendung dieser Zusatzmittel größtmögliche Flexibilität – etwa was die regionale Verteilung der Mittel anbelangt, um einen schnellen und bedarfsgerechten Mitteleinsatz zu ermöglichen.

Der globale COVID-19-Hilfsplan der Vereinten Nationen (COVID-19 G-HRP) sieht in Burkina Faso für das laufende Jahr insgesamt 336,4 Millionen US-$ für lebensrettende humanitäre Hilfe vor. Unsere Partnerorganisationen werden mit den Zusatzmitteln in Burkina Faso lebensrettende humanitäre Maßnahmen durchführen, wie die Verstärkung der bestehenden Gesundheitsinfrastruktur und die Verbesserung des Zugangs zu der Gesundheitsversorgung oder die Ausweitung der Hilfs-, Schutz- und Präventionsmaßnahmen für intern Vertriebene und andere besonders gefährdete Gruppen durch u.a. das IKRK (internationales Komitee vom Roten Kreuz) und IOM.

Zudem hat Deutschland den Partnerorganisationen einen Großteil (ca. 1,4 Mrd. Euro) der für 2020 vorgesehenen regulären Mittel früh im Jahr zur Verfügung gestellt (sog. „Frontloading“) – und dadurch Planungssichert und Flexibilität der Organisationen weiter erhöht.

Deutschlands humanitärer Einsatz beschränkt sich nicht auf finanzielle Unterstützung. Die Bundesregierung nutzt ihren politischen Einfluss, um international die Wahrung des humanitären Völkerrechts  und die Einhaltung der humanitären Prinzipien (Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit) zu befördern und dauerhaften, uneingeschränkten Zugang zu Menschen, die humanitärer Hilfe bedürfen, einzufordern. Ohne ungehinderten Zugang kann humanitäre Hilfe nicht dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt wird.  

Schnelle Hilfe rettet Leben, indem sie die Ausbreitung des Virus eindämmt und die Gesundheitsversorgung von Menschen ermöglicht, die von keiner anderen Seite Hilfe erhalten. Damit die humanitären Organisationen genau das leisten können, brauchen sie unsere Unterstützung. Deshalb sind wir dem präzedenzlosen Hilfsaufruf des Generalsekretärs der Vereinten Nationen gefolgt und stellen nun insgesamt 300 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in der Corona-Krise bereit.“ (BM Maas am 27.04.2020; minimal adaptiert)

nach oben